Nei um BichermaartNichts zu danken

Der neue Roman von Isabel Spigarelli.

Was meinst du: Bedeutet Leben Versprechen? Und wenn ja: weshalb? Ich für meinen Teil habe ihr bis zuletzt Märchen erzählt, bunte Geschichten, die sie glücklich gemacht haben. Geld gespart habe ich auch, für das Haus am Meer. Doch ging es wirklich darum? Ich weiß es nicht. Ach, ich lass den Text einfach mal hier liegen. Lies ihn durch, wenn du willst. Es ist alles wahr, was dort geschrieben steht. Bis auf ein, zwei Details. Aber das wirst du schon selber merken.

Dein M

Isabel Spigarelli, geboren am 29. April 1992 in Niederkorn, studiert derzeit „Comparative Literature" an der Goethe Universität in Frankfurt am Main. Zudem schreibt sie für eine luxemburgische Tageszeitung und wirkt im Rahmen studentischer Projekte und Praktika an Kunstausstellungen in Frankfurt mit. Im Jahr 2012 erschien ihr Erzählband „Der Versuch, zu sein". In ihrem neuen Buch „Nichts zu danken" erzählt sie die Geschichte eines Mannes, der in seine Heimatstadt zurückkehrt, um Abschied von seiner Großmutter und von seiner Jugendliebe zu nehmen. Beeindruckend sind der psychologische Realismus der Jungautorin sowie ihre fast schon an den schwedischen Cineasten Ingmar Bergman erinnernde Fähigkeit, sich einzufühlen in die seelischen Qualen ihrer Figuren, die durch und durch glaubwürdig dargestellt werden. Eine starke Reflexion über Sein oder Nichtsein, Schicksal und Sinn, Glück und Verlust – und die Frage, wie wir Menschen mit der Tatsache fertig werden, dass das Leben irgendwann aufhört.

Isabel Spigarelli nimmt das Thema der Nichtzugehörigkeit – das sie schon in ihrem ersten Buch gestaltet hat – wieder auf und konzentriert sich dabei auf eine eher einzelgängerisch veranlagte Hauptfigur. Wie der Landvermesser in Kafkas „Schloβ" umkreist der „Fremde" M eine ihm nicht unbedingt freundschaftlich gesinnte Gruppe von Menschen. Ihm, der innerhalb des verflochtenen Systems von Abhängigkeiten, welches unser Leben beherrscht, lediglich zwei Versprechen – so gut es geht – erfüllen will, gelingt es nicht, oder nur vorübergehend, oder nur zum Schluss, in diese Welt aus eigengesetzlichen Ressentiments und psychischen Grausamkeiten, aus Täuschungen, Irrationalitäten und Mystifikationen einzudringen.

.................................

Isabel Spigarelli: Nichts zu danken. Roman. Broschiert, 13 x 20 cm, 168 Seiten. Preis: 19 €. ISBN: 978-2-87963-987-1. Erhältlich im Buchhandel oder unter www.editions.lu .